Integration 2009

 

 

 

In den letzten Tagen wurden in den Zeitungen diverse Berichte veröffentlicht, die auf verschiedene Studien über die Integration beruhen. Die Aktualität dieses Themas verblasst nicht. Integration ist zwar nichts Unbekanntes, wird jedoch jedes Mal so aufgefasst, als ob man ihr zum ersten Mal begegnet.

Mobilität der Gesellschaften hat es schon seit Jahrhunderten gegeben. Früher waren die Gründe dafür Kriege und Naturkatastrophen, heute sind es vor allem wirtschaftliche Gründe.

 

Selim Yenel

Botschafter

 

In Europa sind in den letzten 30-40 Jahren Veränderungen aufgrund der Migration zu beobachten. Während Länder wie England, Frankreich und Holland aufgrund verschiedener Erleichterungen Migranten aus ihren früheren Kolonien aufnahmen, kamen die Migranten nach Deutschland und Österreich aufgrund der geographischen und geschichtlichen Nähe. Das wichtigste dabei das man nicht vergessen darf ist, dass die ersten Migranten von den jeweiligen Ländern eingeladen wurden, um beim Wiederaufbau zu helfen.

Mit der Zeit ist ihre Anzahl gestiegen und obwohl auch einige wenige wieder zurückgingen, so sind sie hier sesshaft geworden. Von den über 220 tausend aus der Türkei stammenden Migranten hat fast die Hälfte die österreichische Staatbürgerschaft erworben.

Als es bereits feststand, dass die Migranten nicht zurückkehren werden und ein grossteil hier bleiben wird, wurde diese Tatsache entweder bewusst übersehen oder  es wurde tatsächlich nicht darüber nachgedacht. Jedenfalls haben dies die Regierungen der Entsende- und Aufnahmeländer verspätet registriert, sodass sowohl eine systematische Vorbereitung, als auch eine Unterstützung für die Integration verabsäumt wurde.

Eine weitere Frage ist, was man unter Integration versteht. Offensichtlich will man keine Assimilation. Ich glaube eine anerkannte und wohl auch die beste Definition ist, dass falls sich die Migranten entschließen hier zu bleiben, sich bemühen sollten die Kultur des Gastgeberlandes zu verstehen und zu respektieren, während sie ihre eigene Kultur weiterhin pflegen. Ob man die Kultur des Gastlandes annimmt oder nicht, ist eine andere Frage. Der grundlegendste Punkt jedoch, der betont werden muss, ist der gegenseitige Respekt.

Wenn wir Österreich betrachten, sehen wir, dass es bis jetzt noch keine einheitliche Integrationspolitik gibt. Die Bundesländer, die Bezirke; jeder arbeitet mit eigenen Mitteln und deshalb sind auch die Ergebnisse unterschiedlich. Jetzt ist eine umfangreiche und programmatische Politik notwendig.

Was sind die Probleme bezüglich der Integration? Warum funktioniert die Integration nicht? Was sind die Hindernisse? All diese Fragen sollten nicht nur vom Gastgeberland allein, sondern im Dialog mit dem Ursprungsland und den Migranten näher untersucht werden, da alle sowohl Rechte als auch Pflichten haben.

Es gibt verschiedene Fälle im Bereich der Integration. Vor allem sollte man über den fehlenden Kontakt zwischen den Einheimischen und Migranten sprechen. Die Tatsache, dass die Migranten unter sich bleiben, sei es weil sie es bevorzugen oder sei es gezwungenermaßen,  isoliert sie von der Gesellschaft und verhindert ihre Anerkennung und Annährung. Das Ergebnis ist die Einkapselung.


Was bereit oft gesagt wurde, aber immer wieder wiederholt werden muss ist das Thema bezüglich der Vorurteile und Ängste. Die Vorurteile und Ängste der Parteien, die vor allem durch Unwissenheit entstehen, haben sich bereits verfestigt.

Die Probleme kann man noch weiter anführen, aber ich Glaube wir sollten es vorziehen uns den Lösungen geben.

Was sind die Lösungen? :

a) Bildung: Bei all diesen Punkten dominiert die Bildung. Zweifellos ist das Erlernen der deutschen Sprache für diejenigen, die sich entschlossen haben in Österreich zu leben, das Erste was sie tun müssen. Um dies für die kommenden Generationen zu gewährleisten übermitteln wir als Türkische Vertretung die Botschaft, dass die Kinder so früh wie möglich in den Kindergarten geschickt werden müssen, damit sie auch bei der Weiterbildung und bei der Jobsuche Erfolg haben. Außerdem regen wir die Migranten im mittleren und hohen Alter dazu an ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Es ist notwendig, dass das Gastgeberland dabei noch mehr Unterstützung anbietet.

b) Noch mehr Informationen sammeln: Man sollte der Frage nachgehen, warum sich einige nicht integrieren können oder wollen. Wollen sie tatsächlich nicht? Eine diesbezügliche Feststellung wurde zwar bereits gemacht, aber die Gründe dafür noch nicht ausreichend erforscht. Liegt das Problem nur bei den Migranten, oder hat auch ihr Umfeld (Arbeitplatz, Wohnort u. dgl.) einen Einfluss darauf?

c) Was die Verantwortlichen tun können: Die Aussagen von verantwortlichen Politikern und Verwaltungskräften gegenüber den Migranten in Bezug auf die Integration sollte motivierender und konstruktiver sein. Es wir beobachtet, dass unzureichende Bildung nicht nur bei den Migranten, sondern auch bei der Einheimischen Bevölkerung leider zu manch negativem Verhalten führt. Die Auswirkungen der Bildung sind auf beiden Seiten zu beobachten. Auch die Medien spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

d) Chancen bieten: Die Kinder der Migranten benötigen im Bereich der Bildung noch mehr Chancen und Verständnis. Falls die Migranten im öffentlichen Bereich mehr Chancen bekommen (wie z.B. als Polizist, Feuerwehrmann), werden sie zweifellos positive Beispiele darstellen. Ausgehend von den vorhandenen Beispielen, sollte man noch mehr kommunizieren, dass die Türen für alle offen sind.

e) Die Erfolge untersuchen: Die Erfolge im Bereich der Integration sind gar nicht so wenig. Zum ersten Mal wurde eine türkischstämmige Abgeordnete in den Nationalrat gewählt und außerdem gibt es zahlreiche regionale Verwaltungskräfte mit Migrationshintergrund. Die als Arbeiter kamen, sind jetzt Arbeitgeber. Diese sollten herausgefunden und als positive Beispiele präsentiert werden. Außerdem sollte untersucht werden, warum die Integration in den Ländern wie die USA erfolgreicher ist. In die USA kamen nicht immer gut ausgebildete Migranten, aber sie wurden in kurze Zeit in die Gesellschaft integriert.

f) Was die Migranten tun können: Unabhängig davon, ob sie bereits die österreichische Staatbürger erworben haben oder nicht, ist das Wichtigste für alle, die sich entschlossen haben hier zu bleiben, sich für ihr Umfeld zu interessieren und noch mehr zu partizipieren. Der letzte Punkt betrifft vor allem, diejenigen, die bereits österreichische Staatsbürger geworden sind.

g) NGOs: Auch die Migranten haben im laufe der Zeit zahlreiche NGOs gegründet. Die NGOs sind behilflich bei der Integration, vor allem im Bereich bei der Erziehung, aber auch in anderen Bereichen wie die Förderung der Frauen an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Letztlich haben sich die Migranten vereinigt, um ihre eigenen Probleme zu lösen. Man sollte nicht vergessen, dass die Vereine die öffentlichen Behörden bei der Integration unterstützen können.

Schließlich ist es einfach zu kritisieren und schlechtzumachen. Weder sind die Probleme einseitig, noch gibt es eine einzige Lösung. Es ist notwendig zusammenzuarbeiten. Man sollte die Erfolge und Beiträge der Migranten für Europa und Österreich nicht außer Acht lassen. Was auch immer unternommen wird, die Grundlagen sollten der Dialog, das Anhören der Gegenseite ohne Verallgemeinerungen und mit Offenheit für Neues und der gegenseitige Respekt sein. Also schlage ich vor, das vorzuziehen, was einfach gesagt, aber schwer durchgeführt werden.

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Das an die österreichischen Kinder und Jugendlichen gerichtete DVD-Projekt der Türkischen Botschaft in Wien
   
Um den in Österreich vorhandenen Vorurteilen gegenüber der Türkei und dem negativen Image unseres Landes entgegenzuwirken, wurde seitens unserer Botschaft ein längerfristig angesetztes Projekt ins Leben   gerufen. Die  im   Rahmen dieses  Projektes vorbereitete DVD "Türkei entdecken - Türkei leben" präsentiert unser Land von unterschiedlichen Seiten und ist vor allem an die Kinder und Jugendliche gerichtet.
  
   
Die Videos der folgenden 4 Bereiche der DVD ("Die Tierwelt", "Der Sport", "Die Lachecke" und "Die magischen Orte") können Sie sich auch auf Youtube ansehen!

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Jahresbilanz 2008

EURO 2008 Fußballmeisterschaft 27.06.2008

Der österreichische Bundespräsident  Dr. Heinz Fischer wird  zwischen  19. und 22. Mai die Türkei besuchen  11.05.2008

 MIGRATION   03.12.2007   

Leitartikel von Wolfgang Böhm,  “Eine unwürdige Debatte zur Türkei“,, Die Presse, 30. Jänner 2008

Vorgeschlagene Sonderbeziehung zwischen der Türkei und der EU „ außerhalb der Vollmitgliedschaft“.pdf 15.06.2007

die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU.pdf 14.05.2007

Artikel in der dänischen Tageszeitung “Kristeligt Dagblad” vom 18. Juni 2007  (in Englisch)